Wo ist der „Eierkuchen“ geblieben? Oder hat das außer mir keiner gemerkt? – Spaß beiseite.

Seit dem 15.3.2020, unserem letztem gemeinsamen Gottesdienst in der Neuen Pforte, hat sich die Welt in kürzester Zeit total verändert. Zum ersten Mal konnten wir wegen des seit wenigen Wochen geltenden Kontaktverbots keine gemeinsamen Gottesdienste am Gründonnerstag sowie an Ostern feiern.

Die Polizei hatte mich als Verantwortlichen vorher telefonisch explizit darauf hingewiesen. Der Osterurlaub fiel aus, ebenso die Besuche bei Freunden und Verwandten. Schlimmer noch: Besuche bei Eltern in Altenheimen sind untersagt, die Begleitung sterbender Angehöriger in Krankenhäusern ist praktisch unmöglich, bei der Trauer um Verstorbene bleiben die Betroffenen allein, eine traditionelle Beerdigung darf nicht mehr stattfinden.

Und da ist noch die Angst vor dem Corona Virus, infiziert zu werden und schwer zu erkranken. Das Virus beherrscht die Nachrichten als auch die sog. Sozialen Medien mit schrecklichen Meldungen und Bildern. Was vor kurzem noch von Bedeutung war (z.B. Klimawandel), ist beinahe belanglos geworden.

Mögliche Fragen sind: Wo stehen wir in Verlauf der Corona Krise? Wann und wie geht es aus ihr heraus? Wie wird die Welt danach aussehen? Warum lässt Gott das zu? – Diese Frage hatten wir auch am Karfreitag: Warum lässt Gott einen Unschuldigen am Kreuz sterben?

Wer ehrlich ist, der merkt, dass diese Art zu Fragen letztendlich Gott die Schuld für alles Böse in der Welt in die Schuhe schiebt. Dabei waren es Menschen, die den Tod von Jesus wollten, und Menschen, die ihm einen qualvollen Tod zugefügt haben.

Meiner Erfahrung nach ist die Frage nach dem Warum oft nicht zielführend. Besser ist es die Frage nach dem Wozu zu stellen: Wozu ist die Krise gut? Welche Fragen stellt sie mir? Ein paar Beispiele: Augenscheinlich hat sie dazu geführt, dass die EFM quasi über Nacht zur Online-Kirche wurde. Ist das nicht toll?

Des Weiteren haben wir mit Videokonferenzen neue Möglichkeiten für den Austausch und das gemeinsame Beten entdeckt. Wer hätte das gedacht? Plötzlich habe ich viel mehr Zeit, über die wichtigen Dinge im Leben nachzudenken. Will ich das überhaupt?

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er ist der barmherzige Vater, der Gott, von dem aller Trost kommt! In allen Schwierigkeiten ermutigt er uns und steht uns bei, so dass wir auch andere trösten können.“ Mit diesen Worten beginnt Paulus den 2. Brief an seine geliebten Korinther. – Starke Worte auch für unsere Zeit.

Wohl dem, der den „Gott allen Trostes“ (nach Luther) kennt. Wohl dem, der vom Trost Gottes durch eine schwierige Zeit getragen wurde. Wohl dem, der mit seiner Gotteserfahrung dem Mitmenschen zum Trost wird mit dem rechten Wort, der mitfühlenden Geste, der praktischen Hilfe.

Dazu segne uns der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Seid herzlich gegrüßt, Jürgen

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